80er Tempo in Buchholz

Die 200 Einwohner der Gemeinde Buchholz im Kreis Röbel haben in den 80er Jahren nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Bürgerinitiative „einen Zahn zugelegt“. In den genannten Jahren wurden in 27 Haushalten Bäder eingebaut und etwa jede fünfte Wohnung erhielt ein modernes Heizungssystem.

In der Aktion „Dächer dicht“ sind 22 Dächer neu eingedeckt und 35 Schornsteinköpfe gesetzt worden. Im vergangenen Jahr wurde das Neunfache an „Mach mit“! Leistungen gegenüber dem Jahr 1978 abgerechnet. Schon allein das zeigt, welches Tempo die Buchholzer „drauf haben“.

Die 80er Jahre verlangen jedoch nicht nur mehr, sondern mehr mit weniger Aufwand zu schaffen. Auch dieser Anforderung werden die Einwohner ideenreich gerecht. Handwerklich geschickte Bürger sind gegenwärtig dabei, im Kiosk, in dem bis 1983 der Dorfkonsum untergebracht war, eine Annahmestelle für Dienstleistungen, einen Friseurstützpunkt und einen Jugendclub einzurichten. Außerdem sind der Bau einer Tanzfläche und Kinovorführungen am Badestrand vorgesehen.

Ich bin sicher, auch das werden die Buchholzer packen weil alle mit zupacken. Denn sie wissen worauf es in den 80er Jahren ankommt, sie wissen das es an ihnen liegt, wie schön und produktiv ihr Heimatort ist.

Hilde Eggert mit der Medaille „Für hervorragende Leistungen in der LPG“ geehrt

Morgen begehen die Genossenschaftsbauern und Arbeiter der sozialistischen Land- und Forstwirtschaft ihren Ehrentag. Hilde Eggert aus Buchholz gehört in unserem Kreis zu den Pionieren der genossenschaftlichen Arbeit. Sie hat seit drei Jahrzehnten die bewegte Agrarpolitik unserer Partei aktiv unterstützt. Die heute 61-jährige Schweinepflegerin der LPG „Junge Garde“, Vipperow, erinnert sich noch ganz genau an das Jahr 1953, als sie mit ihrem zu den Mitbegründern der LPG „Gustav Melkert“ in Buchholz gehört. Nicht wenige hatten damals zu den Eggerts gesagt: „Ihr seit wohl verrückt. Geht bloß nicht in die LPG. Das ist euer Untergang.“Die Familie Eggert gehört in Buchholz zu den angesehenen Bauern. Die Wirtschaft war tadellos in Schuss. Doch sie hatten den Zweiflern von damals einiges voraus: Sie hatten Vertrauen zu unserem Staat, zur Agrarpolitik der SED, und sie waren überzeugt, dass der Schritt vom Ich zum Wir der richtige ist. Hilde Eggert und ihr Mann haben ihr Wissen und Können in die Entwicklung der Buchholzer LPG investiert. Sie gaben auch ihre Zustimmung zum Zusammenschluss mit dem Priborner Nachbarn. Seit der Spezialisierung von Pflanzen – und Tierproduktion gehört Hilde Eggert der LPG „Junge Garde“ in Vipperow an. Ihre über 21-jährigen Erfahrungen mit den Borstentieren und ihre Ergebnisse, die sie im Läuferstall erzielte, haben ihr Ansehen und Achtung bei allen Genossenschaftsbauern eingebracht. Im vergangenen Jahr hatte sie 1140 Läufer aufzuziehen. 1670 Stück hat sie für die Mast zur Verfügung gestellt. Gegenwärtig ist sie, Rentnerin, verantwortlich für die Aufzucht von durchschnittlich 330 Ferkeln zu Läufern. Die geringen Verluste zeugen ebenso wie die stete Pünktlichkeit und Sauberkeit im Stall, von ihrer Liebe zu den Tieren. Wenn sie noch ein paar Jahre im Stall tätig sein will, dann auch deshalb, weil sie mit ihren Erfahrungen und mit ihrer Arbeitskraft weiterhin die genossenschaftliche Entwicklung unterstützen möchte.

Ernte mit der Kartoffelkombine

Annegret Voß: „Wir, die täglich auf der Kartoffelkombine stehen, sorgen dafür, dass die Knollen in ausgezeichneter Qualität aus der Erde kommen. Das Wetterdach auf der Kombine schützt uns vor Regen. Die Betreuung mit warmen Essen auf dem Feld ist gut. Nur die Ernteversorgung durch den Konsum müsste jetzt eben so gut sein wie während der Getreideernte.“

Werner Bergholz: „Als unsere wichtigste Aufgabe in der Lagerhalle betrachten wir es, die Kartoffel gesund zu erhalten. Dazu gehören richtige Belüftung und Temperatur, damit die Knollen abtrocknen und die angeschlagenen verschorfen. Die Traglufthalle, in der wir auch Kartoffeln lagern, mussten wir in kurzer Zeit mit einem neuen Dach versehen.“

Da kann man staunen

Willi Hiller

Wer kennt die spannenden Fernsehfilme „Daniel Druskat „ oder „Moorhund“ nicht? Teile zu diesen Filmen wurden in der Gemeinde Buchholz gedreht. Am Tag des Abgeordneten, dem 10. März, staunten nicht wenige, was die Einwohner dieses kleinen über 700 Jahre alten Ortes alles geschaffen haben und wie sie sich auf die 19. Arbeiterfestspiele mit vielen Aktivitäten bei der Dorfverschönerung und bei der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen vorbereiten.

Ist es nicht imponierend, wenn jede gemeindeeigene Wohnung bereits mit einem Bad und Innen- WC ausgestattet wurde? Im vergangenen Jahr erfolgte durch den Gemeindeverband die komplexe Werterhaltung in Buchholz. 93500 Mark wurden ausgegeben.

Im Ergebnis kam heraus, dass unter anderem 19 Wohnungen Maler mäßig instand gesetzt wurden, 32 Fenster, 26 Türen gestrichen, sechs Dächer eingedeckt, sieben Schornsteinköpfe und zwei Fassaden neu gestaltet wurden. Auch die Einwohner packten tüchtig mit an und so konnten insgesamt im vergangenen Jahr bei der Verbesserung der Wohnbedingungen Werte von einer Viertelmillion Mark geschaffen werden.

Auch in diesem Jahr sind bereits einige Vorhaben bei der Dorfverschönerung und Verbesserung der Wohnverhältnisse realisiert worden. Pflegeverträge sind ebenfalls abgeschlossen.

De Kröppelins wiern all ümmer Fischers

1982

Noch heute werden in zahlreichen Familien die Traditionen aufrecht gehalten. So ist es auch bei den Kröppelins in Buchholz. Der 72 jährige Walter ging bei seinem Vater in die Lehre und erlernte gründlich das Fischerhandwerk. Sohn Klaus soll diesen Beruf schon vor 36 Jahren mit in die Wiege gelegt bekommen haben. Wenn das auch anzuzweifeln ist, so weiß Klaus Kröppelin zu berichten dass er sich keinen besseren Beruf wünscht, auch wenn die Fischerei harte Arbeit bedeutet. Der Vater von zwei Schulpflichtigen Söhnen hätte aber auch beinahe der Naturliebe und dem Fischen ade gesagt. Das war, als er seine Gattin in Magdeburg kennen gelernt hatte. Zum Glück gibt es auch noch Stadtmädchen, die sich vom, starken Geschlecht´´ ins Dorf, entführen lassen. Inzwischen gefällt es der Fischersfrau in der Umgebung ganz prima. „In der Fischereiproduktionsgenossenschaft Waren/Plau hat dieser Beruf eine gesicherte Perspektive´´. meinte Walter, der mit 72 Jahren noch recht rüstig ist. Sohn Klaus verweist auf einige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und betont ganz besonders, dass sich die intensive Fischzucht und- Haltung immer mehr durchsetzt. So werden Satzfische in der FPG selbst aufgezogen. Ein Erfordernis, um in den Gewässern stets einen ausreichenden Fisch Besatz zu haben. Je kleiner die gefangenen Fische werden, umso mehr Anglerlatein wird erzählt. Das soll bei den Petrijüngern, aber nicht bei den Fischern so sein. Walter Kröppelin verweißt auf seinen besten Fang, als er in seiner Reuse drei Karpfen vorfand, die zusammen über 50 kg wogen. Würde Sohn Klaus heute von solchen Fängen berichten, dann wäre es sicher Anglerlatein. Apropos Berufstraditionen . Der 11 jährige Sohn zeigt schon ausreichend Anzeichen, um die Tradition der Kröppelins fortzusetzen. Wenn er ebenfalls den Beruf eines Fischers ergreift, wäre sein Opa und Vater sehr Stolz. Die Viermannbrigade befischt insgesamt 12 Seen. Was uns in Staunen versetzte: man will in Zukunft die Elektrofischerei reduzieren und wieder mehr in die Netzfischerei übergehen. Auch das Aalschnurlegen soll wieder Mode werden. Bungen und Stellnetze werden besonders in kleinen Nebenseen zum Fang genutzt. Zum Schluss sei noch bemerkt: Die Männer der FPG Waren/Plau sind nicht nur bestrebt, gut Fänge zu haben, sie sorgen auch dafür, dass ausreichend Jungfische eingesetzt werden.

Bewährung zwischen Wort und Tat

Zum Tag des Bauarbeiters 25.06.1983

Baustellenbesuch bei einer Maurerbrigade aus dem VEB (K) Bau Röbel – Notizen über Alltägliches und Neuerungen

Dieser Dienstag im Juni ist ein Tag wie aus dem Urlaubsbilderbuch. Sonne und nochmals Sonne, fast zuviel des Guten von oben für die Männer aus dem VEB (K) Bau Röbel, die am Heizwerk der Schiffswerft Rechlin ihren Arbeitstag absolvieren. Nur ganz selten treibt der Wind einen Hauch Kühle von der nahen Müritz herüber. Es ist wie auf einem Ameisenhaufen. An allen Ecken und Enden ist Bewegung, rollt die Technik. „Dieses Tempo brauchen wir auch. Können uns gar nicht leisten ruhig zu treten. Die Termine am Heizwerk der Schiffswerft Rechlin sind eng bemessen. Unsere Volkswirtschaft benötigt eine frühst mögliche Fertigstellung dieses Objektes. Schon am 30. August soll der erste Dampf hier aufsteigen“, umreißt Bauleiter Johannes Saathoff das große Ziel der Röbeler Bauarbeiter und ehren Partner hier in Rechlin. Sein Amtskollege Horst Volbert ergänzt: „Wir haben auch über den volkswirtschaftlichen Stellenwert mit unseren Arbeitern gesprochen. Hier sollen einheimische Brennmaterialien verbraucht werden. Das ist bedeutsam, können wir doch dadurch wertvolles Erdöl einer besseren stoffwirtschaftlichen Verwertung zuführen.“ Ein Argument, das in unsere Zeit passt, in der allerorts in unserem Lande viel getan wird, um unsere Energiebasis auf eigene Füße zu stellen. Um den Endtermin und seine Bedeutung wissen auch die Männer um Maurerbrigadier Udo Oldenburg, einem „Baufuchs“, dessen Namen man im VEB (K) Bau Röbel und an den vielen Objekten, die er mit seinen Kollegen beackert hat, wahrlich gut kennt. Am Jahresanfang haben auch die Oldenburgs ihre Verpflichtungen abgegeben. Es waren Zahlen, von denen andere Brigaden noch nicht zu träumen wagten. „Wir sind aufeinander eingespielt, besitzen eine gute Harmonie in der Brigade. Klar, dass wir uns solche Ziele setzen, um die das Kämpfen auch lohnt. Und, dass wir den Mund nicht zu voll genommen haben, zeigt unsere Bilanz zum heutigen Tag des Bauarbeiters. Wir liegen gut, haben einige Tage Planvorsprung, das zahlt sich aus, schon an diesem Objekt hier in Rechlin, und das schlägt sich auch gut in der Betriebsbilanz nieder.“ Udo Oldenburg sagt dies, und seine Männer knien sich wie zum Beleg für das eben Gesagte in ihre Arbeit am Aschehaus. Fast alles, was am Bau gefragt ist, können sie tun: Verschalungen, Mauern, Fundamente und Eisenbiegearbeiten. Darauf legen sie Wert, dass jeder Kollege das nötige Rüstzeug dafür erhält. Und dafür greifen sie sich auch gegenseitig hilfreich unter die Arme. „Die Männer der Brigade Oldenburg sind wohl die besten in unserem Betrieb. Überall, wo es brennt, wo Termine zu drücken sind, setzen wir sie ein. Und sie rechtfertigen den Einsatz mit vorbildlicher Arbeitsmoral“, gesteht Johannes Saathoff, der Bauleiter. Arbeitszeit soll bei ihnen Leistungszeit sein, das ist der beste Weg, um aus Worten und Verpflichtungen Taten werden zu lassen. „Sicher gibt es Störungen im Bauablauf. Aber auch die gilt es nicht im Bauwagen beim Skat zu vertrödeln, sondern nutzbringender. Auf so einer Baustelle gibt es immer etwas zu tun. Augen offen halten und mitdenken, dann ist auch diese Zeit fruchtbar zumachen für uns. Und um noch einmal darauf zurückzukommen, auch dafür ist es gut, wenn wir vielseitig ausgebildet sind…“, nennt Brigadier Udo eine Maxime seines Kollektivs. Stichwort Augen offen halten: Zwei Neuerungen wollten die Männer der Brigade Oldenburg 1983 an den Mann bringen. Zum Tag des Bauarbeiters können sie auch diese Verpflichtung als erfüllt abrechnen. Dabei sind es nicht nur Neuerungen, nur so des Verbesserns willen, nein, da steckt eine ganze Menge mehr dahinter. Das jüngste Ding ist ein Schüttrichter für große Hebezeuge. Sein Einsatz spart wesentlich Arbeitszeit und macht die Arbeit für die Kollegen einfacher. Übrigens ließe sich dazu eine Geschichte erzählen, die typisch ist für die Baustelle hier in Rechlin. Die Bauleute aus Röbel schwören nämlich auf die Rechliner Werftarbeiter: „Wir haben eine ganz tolle Unterstützung hier“, sagen sie. Beim Bau des Schüttrichters mischten die Rechliner Werftarbeiter zünftig mit. Eine feine Sache…
Die Sonne steht im Zenit. Fast jeder der Männer trägt jetzt oben ohne. „Jetzt Urlaub haben“, mag manch einer von ihnen denken. Aber der Arbeitstag geht voran und mit ihm wieder eine Wegstrecke, auf der die Kollegen aus Worten Taten werden lassen. Obwohl der Termin 30. August ein ganz harter Kanten ist, spricht Udo Oldenburg voller Ehrgeiz. An diesem Tag kann man den Ehrgeiz fast jedes Röbeler Kollegen von der schweißnassen Stirn ablesen…

Unermüdlicher Einsatz wurde belohnt

7.November. Heinz Krafack wird aus dem Schlaf gerissen. Sein Hund bellt und kläfft. Der Buchholzer Traktorist schaut auf die Uhr. Es ist eine Stunde vor Mitternacht, als er ein Klopfen an seinem Fenster wahrnimmt. „Wer will denn jetzt noch watt von mi?“ brummt er mürrisch

Vor der Tür steht ein junger ihm gut bekannter Mann. „Ich habe einen anonymen Brief bekommen. Jemand will den Stall anzünden“, sagt er zu dem Buchholzer Wehrleiter. Dieser schaut ihn prüfend an. Er riecht die Alkoholfahne des Mannes. „Das ist sicher nur ein Scherz. Geh nach Hause und leg dich in die ‚Falle’, erwiderte der erfahrene Wehrleiter. Eine Viertelstunde später ertönte die Sirene in Buchholz. Heinz Krafack erschrickt, springt aus den Federn. Nichts Gutes ahnend, rennt er schnell zum Stall. Dort angekommen, sieht er das Heu bereits in Flammen stehen. Am Brandobjekt steht auch der junge Mann, der den Wehrleiter im Schlaf gestört hat. Genossenschaftsbauer Heinz Krafack denkt an das Heu und das Stroh, an den genossenschaftlichen Stall. Alles droht ein Raub der Flammen zu werden. Er und der junge Mann kämpfen gegen die drohende Gefahr. Sie werden unterstützt durch Irmgard und Lothar Wilczeck, die sich gerade auf dem Heimweg befinden. Bevor die freiwillige Feuerwehr eintrifft, hat das Quartett unter aufopferungsvoller Arbeit den Brand gelöscht. Die sofort eingeleiteten Ermittlungen ergaben, dass der Brandstifter jener junge Mann ist, der angeblich einen anonymen Brief erhalten haben soll<p<

9.Dezember. Heinz Krafack repariert auf dem Stützpunkt in Melz seinen ZT 300. Er bekommt Besuch. Kollegin Kaczor von der Staatlichen Versicherung zeichnet den mutigen Wehrleiter mit einer Prämie von 200 Mark aus. Die ersten Gratulanten sind die Kollegen. Eine verdiente Auszeichnung! Durch sein umsichtiges und schnelles Handeln wurde genossenschaftliches Eigentum von etwa 200 000 Mark gerettet.

Bürger, die das Antlitz des Dorfes verändern

1984

Die Gemeinde Buchholz gehört mit ihren 211 Einwohnern zu den kleinen Orten in unserem Kreis. Doch was die Bürger im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden – mach mit!“ in den verflossenen vier Jahren geleistet haben, ist anerkennenswert. Auskunft darüber gibt eine vorbildliche und sehr aussagekräftig gestaltete Wandzeitung auf dem Flur zum Gemeindebüro. In 51 Haushalten wurden Bäder eingebaut. 25 Familien erhielten ein modernes Heizungssystem, 31 Dächer wurden neu eingedeckt, und 47 Schornsteinköpfe sind gesetzt worden. Die 270 neuen Fenster und die 20 gestalteten Häuserfassaden sind ebenfalls ein Ausdruck dafür, dass die Buchholzer ihre Wohngebäude in Schuss halten. Zwei Zahlen zum Aufschluss darüber, dass sich immer mehr Einwohner aktiv am Wettbewerb zur Dorfverschönerung und zur Verbesserung der Lebensbedingungen beteiligen. 1978 wurden in der volkswirtschaftlichen Masseninitiative Werte für 12 000 Mark abgerechnet. Im vergangenen Jahr waren es bereits 83 000 Mark, und im Jahr des 35. Republikgeburtstages waren die Bürger dieser kleinen Gemeinde abermals fleißig dabei, um die zahlreichen Vorhaben zu realisieren. Insgesamt wurden Leistungen von über 100 000 Mark abgerechnet, davon 88 000 Mark für Modernisierung von Wohnungen. Ihre Naturverbundenheit und ihren Sinn für eine schöne Landschaft bekunden die Buchholzer auch dadurch, indem sie in diesem Jahr 600 Bäume und 720 Sträucher anpflanzten und diese in Pflege nahmen.

Lange überlegten die Abgeordneten, was mit dem Kiosk werden soll, in dem noch bis 1983 die Konsumverkaufsstelle untergebracht war. Man entschied sich dafür, dieses Gebäude sinnvoll zu nutzen und nicht abzureißen. Seit einiger Zeit sind handwerklich geschickte Bürger dabei, die Räumlichkeiten so herzurichten, dass dort eine Annahmestelle für Dienstleistungen und ein Frisörstützpunkt eingerichtet werden können. Auch zahlreiche junge Menschen sind an diesem Objekt beteiligt. Sie richten sich einen flotten Raum her, in dem später der Jugendklub untergebracht wird. Das Dach ist bereits neu eingedeckt, und die Bürgermeisterin, Genossin Jutta Tauschke, zweifelt nicht daran, dass am Vorabend des 40. Jahrestages der Befreiung dieses Gebäude feierlich eingeweiht wird. Weiterhin wird in diesem Jahr auf dem Campingplatz eine Waschanlage gebaut, am Badestrand entsteht eine Tanzfläche, auf der im Sommer auch Kinovorführungen stattfinden werden.

Die erste LPG unseres Kreises wurde in Buchholz gegründet

Müller, Neubauer und erster Vorsitzender

Wenn das Lied „Das Wandern ist des Müllers Lust …“ auch bis in unsere heutige Zeit erhalten geblieben ist, so gehört das Wandern der jungen Gesellen doch schon längst der Vergangenheit an. Für den jungen Müllergesellen Kurt Pötter waren die Wanderjahre wahrlich kein Lust. Sie bedeuteten für ihn harte Arbeit und kargen Lohn. Das bekam er besonders bei dem Grossbauern Köppen in Buchholz zu spüren, bei dem er von 1935 sieben Jahre lang in der Mühle schuftete.

1945 kehrte Kurt Pötter aus der Gefangenschaft in seinen Heimatort zurück. Sowjetische Befreier waren es, die den einstigen Menschenschinder Köppen enteignet hatten und nun Kurt Pötter als Mühlenchef einsetzten. Die Maschinen waren ebenso alt wie das Gemäuer, und da war es gar nicht so einfach, täglich Graupen und Grütze zu mahlen. Doch diese damals so wichtigen Nahrungsmittel wurden dringend benötigt, und deshalb hatten die sowjetischen Genossen ein besonderes Interesse daran, dass die Mühle ständig in Betrieb war. Die Not macht erfinderisch, und nicht selten musste sich der Müller etwas einfallen lassen, um die Defekte wieder schnell zu beheben. Da wurde aus ihm noch ein Schlosser. Als im Frühjahr 1946 in Buchholz die Bodenreform durchgeführt wurde, war auch Kurt Pötter Mitglied des Komitees. Sein Vater bekam ebenfalls eine Siedlung. Als dieser ein Jahr darauf verstarb, übernahm Kurt Pötter das Erbe. So wurde aus dem Müller ein Neubauer, der wie viele andere, von Ackerbau und Viehzucht keine Ahnung hatte. Mit Hilfe der sowjetischen Genossen und der aktiven Unterstützung der VdgB ging es langsam, unter unsagbaren Mühen voran. Die alten erfahrenen Bauern mussten von ihren Saatgutvorräten etwas abgeben und auch ihre Zugtiere sowie Maschinen ausborgen. Im August 1952 war Buchholz in Aufruhr. 13 Neubauernfamilien hatten den Entschluss gefasst, die erste LPG in unserem Kreis zu gründen. Heinz Stier, bereits seit August 1945 Mitglied unserer Partei, und auch Kurt Pötter waren die Initiatoren. „Wir ließen uns damals von dem Gedanken leiten“, so berichtete Kurt Pötter, „dass wir Neubauern durch die Gemeinschaftsarbeit besser vorankommen“. Hatten es auch viele Großbauern nicht geschafft, diese Pioniere der genossenschaftlichen Entwicklung von ihrem Kurs abzuhalten, so versuchten sie doch die junge Genossenschaft zu schädigen wo sie nur konnten. Und Kurt Pötter, der gewählte LPG-Vorsitzende, antwortete auf das Gespött auf seine Weise: er wurde aus Überzeugung, dass der von der Partei der Arbeiterklasse vorgezeichnete Weg der richtige ist, ebenfalls Genosse. Die sozialistische Staatsmacht gab der jungen Genossenschaft in vielerlei Hinsicht großzügige Unterstützung. So schickte z.B. der damalige Direktor der MAS und MTS Priborn, Genosse Gerhard Börst, seinen besten Traktoristen nach Buchholz. Neben dem genossen Kurt Pötter, Heinz Stier und dem ersten Buchhalter Werner Melz gehört auch Hilde Eggert mit zu den Wegbereitern der genossenschaftlichen Arbeit. Heinz Stier ist heute als Sicherheitsinspektor in der LPG tätig. Hilde Eggert hat sich zu den besten Schweinepflegern entwickelt.

Gaststätte "Drei Linden" wurde rekonstruiert

Im Wettbewerb der Nationalen Front und der Handels- und Gewerbekammer hatte der Kommissionshändler Jürgen Reupricht die Verpflichtung übernommen, den ersten Bauabschnitt zur Rekonstruktion und Modernisierung der Buchholzer Gaststätte „Drei Linden“ bis zum 40. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus abzuschließen. Diese Verpflichtung konnte erfüllt werden. So wurde der Fußboden im Saal und in den Gasträumen erneuert, der Bierkeller vergrößert, die Küche mit einer neuen Abwäsche ausgestattet und die Raumstruktur des Schankraumes verändert. Nach Abschluss der in Feierabendtätigkeit durchgeführten Maurerarbeiten gingen dann die Handwerker der kreislichen Baubetriebe an die Erledigung der Fliesenleger-, Elektroinstallations- und Klempnerarbeiten. An dieser Stelle sei allen Handwerkern gedankt, die es durch ihre fleißige, in guter Qualität ausgeführte Arbeit ermöglichten, das mit Beginn der Saison am 30. Juni 1985 das Lokal wiedereröffnet werden konnte. Dank gebührt auch dem Rat des Kreises und dem Rat der Gemeinde Buchholz für die Unterstützung. Mit der Rekonstruktion ging nicht nur ein langgehegter Wunsch der Buchholzer Bürger, der Naherholer und der zahlreichen Urlauber in Erfüllung, auch die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten erfuhren eine VerbesserungBei der Ausgestaltung der Räume wurde besonderer Wert auf die Erhaltung des Charakters des 1866 erbauten Gasthofes gelegt. Erwähnenswert sind die handgeschmiedeten Lampen und die ausgehängten Dokumente zur Zeitgeschichte. In zwei Gastzimmern finden einschließlich Bierbar sechzig und im Saal 100 Gäste Platz. Das dreiköpfige Kollektiv – dem Wirt stehen Frau Reinke als Büfettkraft und Herr Kampa als Kellner zur Seite – ist stets um das Wohl seiner Gäste bemüht. Neben einem guten Speise – und Getränkeangebot legt man in Buchholz auch großen Wert auf die Veranstaltungstätigkeit. Tanzabende, Preisskate, musikalische Frühschoppen zu Feiertagen und in den letzten Jahren wieder das Erntefest, sind in der Gemeinde Tradition, deren Fortführung nunmehr auf höherem Niveau gesichert werden kann. Im 120. Jahr des Bestehens soll der 2. Bauabschnitt beendet werden. Er sieht die planmäßige Erneuerung der Grundmittel und den Neubau des Sanitärtraktes vor.