Geschichtliche Besonderheiten von Buchholz

In der Tat weist die fast 800 Jahre alte Gemeinde einige geschichtliche Besonderheiten auf:

Vor rund 250 Jahren erstritten in jahrelangen Prozessen die 18 freien Bauersleut ihr Eigentum an Grund und Boden und mithin den Status eines freien ritterschaftlichen Bauerndorfes.

Noch heute ist die bauliche Struktur des Ortes mit seiner prachtvollen, geschlossenen Lindenallee für den Besucher nachvollziehbar. Und es gibt vieles zu entdecken. So den für Norddeutschland eigentlich untypischen Laubengang unter dem Turm der trutzigen Dorfkirche. Am Ostgiebel, unter den mit Kalk und Heringslake gestrichenen Hohlspiegeln, prangen Terrakotten. Der seit Generationen holzfarben übertünchte Altar war, wie an seiner Rückfront ersichtlich, ursprünglich farblich gestaltet. Anfang der 30er Jahre gestaltete Frau Cohnert, Inhaberin eines noch heute existierenden Berliner Kunstrestaurierungsbetriebes, die Innenwände der Kirche neu im zeitgenössischen Blut- und Bodenstil.

Frau Cohnert war im Urlaub Stammgast in Buchholz, denn der Ort war für Sommerfrischler aus Berlin und Hamburg eine „Geheimadresse“.

Der Berliner Taxiunternehmer Meuser richtete einen vierzehntägigen Linienverkehr ein. Mit einem dicken „Opel“ brachte er im wöchentlichen Turnus neue Gäste ins Dorf. Diese logierten dann, unter anderem, im Gasthof „Zu den drei Linden“.

Die tierärztlichen Instrumente sind, wie auch viele andere Zeitdokumente, Gerätschaften und Kuriosa, noch heute in den „Drei Linden“ zu bestaunen. Viel Geschichtliches weiß der Wirt zu berichten:

Noch Anfang unseres Jahrhunderts zog der Meister, auf dringendes Verlangen hin, seinem Kunden die Zähne. Zur Betäubung und Desinfektion diente Conrad Lehment`s „Rostocker Doppelkümmel“. Den gibt es heute noch, allerdings nun nach in Butter gebratenem Zanderfilet mit hausgemachtem Kartoffelsalat zur Abrundung. Dazu, wie seit 100 Jahren, ein frisches Lübzer Pils vom Fass. Fisch will schwimmen….

Seit der Wende kommt Schritt für Schritt das neue Konzept, das den historischen Charakter des Lokals geschuldet ist, zum Tragen. Was lag näher, als einen Reiterhof anzugliedern um somit ein attraktives Freizeitangebot zu schaffen? Neue Pferdeställe mit Pensionsboxen sind entstanden, dazu ein Reit- und Dressurplatz. Gegenwärtig werden die Fremdenzimmer modernisiert. Bei der Vermittlung von
Unterkünften ist man bis zu deren Fertigstellung gerne behilflich. Pferdefreunden sei geraten, für qualifizierten Reitunterricht oder Geländeausritte Terminvereinbarungen zu treffen. Buchholz/Müritz mit seinen unverfälschten, historischen Strukturen und seiner größtenteils unberührten Natur ist ein Juwel für Menschen, die sich noch an den einfachen Dingen erfreuen können. Der Spaziergang durch den dichten Schwarzkiefernwald zur „Märchenbucht“ wird ebenso zum Erlebnis, wie die Besichtigung des Storchennestes am Ortseingang oder die Streicheleinheiten für „Hein Frech“, das am 1. Juli geborenen Hengstfohlen auf dem Reiterhof.

Viele Wege führen nach Buchholz: Mit dem Boot aus Richtung Berlin oder Hamburg, mit dem Flieger bis Lärz, mit dem Auto BAB Abfahrt Wittstock oder Röbel, mit dem Fahrrad, Pferd oder zu Fuß. Und wenn es in diesem Jahr nicht mehr klappen sollte, dann im kommenden Jahr.